Die Geschichte der Solar- und Elektroboote ab 1838

1838 experimentiert Professor Moritz Jacobi in Rußland mit einem 24' langen, elektrisch angetriebenen Schaufelradboot.

1880 erfindet Gustav Trouve, ein Pariser Chemiker, den abnehmbaren elektrischen Aussenborder.

1882 wird beim Yachtclub de France der erste E-Boot-Rekord aufgestellt mit 24 kn Geschwindigkeit auf einer Distanz von 26 Kilometern.

1883 fährt die "Beni" elektrisch und leise während der Wiener Weltausstellung mit 45 Passagieren dieDonau auf und ab.

1886 kreuzt die 32' "Volta", ein 10 m Elektro-Boot, den Englischen Kanal von Dover nach Calais in 8 Stunden hin und zurück.

1887 entwickelt in Spanien Isaak Peral ein U-Boot mit 480 Akkus und zwei 30 PS Motoren. Da die spanische Marine kein Interesse zeigt, geht die Entwicklung in Frankreich weiter.

1888 geht die "Viscountess Bury" als größtes E-Boot für 84 Passagiere in ihren Dienst. Im selben Jahr ordert das Chinesische Kaiserreich 15 m lange Boote, die 18 Km/h schnell fahren, um mit dieser Überlegenheit den Opiumhändlern das Handwerk zu legen.

1889 laufen in England auf der Themse die ersten 6 Elektro-Charterboote.

Werbung für das erste Elektro-Kanu aus dem Jahre 1892


1892 übernehmen 55 E-Boote den Transport von mehr als einer Million Besucher auf der Weltausstellung in Chicago und legen dabei ohne eine Panne über 200.000 Meilen zurück, und fuhren 300.000 $ Gewinn ein.

1893 erhält Kerbey Bowen ein Patent für einen E-Hilfsmotor für Segelyachten mit den Batterien im Kiel.

1898 stellt die Russische Marine seegängige 3,6 kW Elektro-Pinassen in Dienst

MINA Elektroyacht aus England 1900

1901 stehen nur an der Themse 20 Ladestationen an Land und zwei auf Schwimmpontons. Allein drei Reeder betreiben dort ca. 110 E-Boote im Charter und Taxenbetrieb. An der Kanalküste stehen weitere 6 Ladestationen zwischen Southhampton und Torquay.

1902 sind bei der französischen Marine 35 elektrische U-Boote im Einsatz.

1903 werden in New Jersey 250 E-Boote von 5,5 bis 12 Meter Länge ausgeliefert. Kunden sind unter anderem das engl. Königshaus, Zar Nicolaus II, Großherzog Alexander von Rußland, Mr Westinghouse, Baron Rothschild und JJ Astor.

1920 naht das Ende des Elektroantriebs mit der Entwicklung der leichten und einfach zu betankenden Benzinmotoren. Qualm und Krach - wen kümmert's schon

1939 fahren 15 Passagierschiffe elektrisch auf dem bayrischen Königssee und bis heute sind es 21 Fahrgastschiffe, die fast alle 93 Fahrgäste mit 11 Km/h befördern. Die Antriebsleistung von 8,8 kW wird durch einen Gleichstrommotor bei 110 Volt umgesetzt.

1939 - 1945 greifen unter anderem 24 elektrische Mini U-Boote die Tirpitz an.

1948 baut Captain Hirst ein Boot für 20 Passagiere, das bis 1981 über 26.000 Fahrten auf dem Fluß Wey in England mit der ersten Technik durchführt. Ein ähnliches Boot für 49 Passagiere wird in Schweden eingesetzt für den Fährdienst nach Marstrand.

1960 kommen hauptsächlich nur kleine und schwache E-Außenborder auf den Markt. Dieses hat sich bis heute bei größeren Leistungen bis 20 kW kaum verändert.

1968 wird die „Duffi 20" in Californien entwickelt, von der es heute wohl an die 1000 Einheiten gibt.

1981 entsteht aus der Restauration eines Bootes von 1896 der Gedanke, die zeitlos schönen Linien auf moderne Materialien zu übertragen, und so sind die „Classic-Boote" bis heute auf dem Markt.

1982 nimmt das Interesse an E-Booten zu, jetzt motiviert durch den Gedanken an den Umweltschutz. Die Electric Boat Association EBA wird gegründet. Träger sind neben Privatpersonen E-Versorgungswerke, die britischen Wasserstraßenämter, Umweltbehörden und Nationalparks. Elektroboote erhalten in England 25% Rabatt auf die recht erheblichen Kanal- und Schleusengebühren.

1989 fährt Lady Fiona, Countess of Arran im Alter von 71 Jahren den Weltrekord für E-Boote: 81,83 Km/h in einem 15' langen Tragflächenboot, der bis heute ungeschlagen ist.

Die Countess von Arran stellt 1989 den Weltrekord mit Elektromotoren von Lynch auf

1990 nimmt in Venedig ein Vaporetto Electrico für 230 Passagiere den Dienst auf.

1993 wird die erste deutsche Solarboot-Meisterschaft durchgeführt, wobei das Berliner Kanu „Carl" alle Rennen zur Wertung gewinnt.

1994 fahren schon 20 verschiedene „Classic" Boote in Deutschland.

1995 eröffnet im Rahmen der Weltklimakonferenz eine Solarboottankstelle als Weltneuheit in Berlin. Dort sind 20 Solarboote mit 2-8 Sitzplätzen im Verleihbetrieb.

1995 wird zum ersten Mal eine Solarboot-Europameisterschaft organisiert. Die Rennen finden in La Rochelle auf dem Atlantik, in der Schweiz auf drei Seen, sowie in Berlin und Hamburg statt. Dabei gewinnt Kanu „Carl" mit 1,5 kW Elektro-Motorleistung.